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Kunst im Schulhaus

Eine Wechselausstellung in der GHG HPS St.Gallen zeigt Werke aus dem Galeriefundus des GHG St.Galler Brockenhauses. Hinter der kreativen Kooperation stehen die Leiter der beiden Institutionen, Andreas Prinzing und Roberto Sessolo. Ihr Fazit: Die Verbindung von Kunst und Schule bewirkt viel Positives.

Roberto Sessolo, Leiter der GHG St.Galler Brockenhaus (links), besichtigt mit Schulleiter Andreas Prinzing die Wechselausstellung in der GHG HPS St.Gallen.

«Es ist ein Gewinn für alle», sagt Andreas Prinzing, während er mit Roberto Sessolo durch den Flur im Hauptgebäude der GHG HPS St.Gallen geht. Die beiden langjährigen Institutionsleiter, die einander gut kennen, wirken sichtlich zufrieden. Denn seit November 2025 hängen im Hochparterre und im Lehrerzimmer des «Schülerhauses» Gemälde, die aus dem Kunstlager stammen. Dieses gehört zur GHG St.Galler Brockenhaus und wird von Roberto Sessolo und seinem Team mit viel Sachkunde und Leidenschaft kuratiert.

Geeignete Räume, geschickte Auswahl
Roberto Sessolo ist anzumerken, dass er Experte auf diesem Gebiet ist. Er schaut sich genau an, welches Werk wo platziert ist, und nickt anerkennend. Zudem lobt er die flexibel nutzbare Hängevorrichtung, mit welcher der Hausdienst der Schule die Bilder installiert hat. Seiner Meinung nach kommen die Werke in der GHG HPS St.Gallen optimal zur Geltung. «Die hohen, hellen Räume eignen sich hervorragend zum Präsentieren von Kunst. Die Auswahl, die wir hier sehen, stammt allerdings nicht von uns. Da hat das Team der HPS seinen guten Geschmack bewiesen.»

Konkret waren es Schulleiter Andreas Prinzing und seine Mitarbeiterin Gülden Dogan, die die Werke im Kunstlager sichteten und sich dann auf einige wenige konzentrierten. «Das war herausfordernd», findet Andreas Prinzing. Doch nun ist auch er überzeugt, dass die Ausstellung «ganz passend und stimmig» geworden ist. Vorgesehen ist, die Kooperation zwischen der Schule und dem Brockenhaus längerfristig als Wechselausstellung weiterzuführen. «Alle drei bis vier Monate dürfen wir neue Bilder zu uns holen», sagt Andreas Prinzing.

Die an der GHG HPS St.Gallen gezeigten Werke aus dem Galeriefundus des GHG St.Galler Brockenhauses stammen aus verschiedenen Epochen und zeigen eine Vielfalt an Stilen, Formen und Farben.

Saisonal, regional und ansprechend
Derzeit sind in der Ausstellung an der GHG HPS St.Gallen sechs Gemälde zu sehen, die von verschiedenen Kunstschaffenden stammen – unter anderem von Fritz Hirzel (1914–2000), einem St.Galler Künstler, der überregional Bekanntheit erlangte. Sein Gemälde, auf dem eine Frau zu sehen ist, die Fische für den Verzehr vorbereitet, befindet sich thematisch passend in der Nähe des Speisesaals. Trotz klar eingegrenzter Anzahl trifft man auf eine Fülle an Motiven, Stilen, Farben, Formen, Oberflächen, Rahmen und Entstehungszeiten. Eine Spur Museumsflair hat an der Schule Einzug gehalten, auf gegenständliche und abstrakte Weise. Doch bei aller Vielfalt gibt es eine klare Linie, wie Andreas Prinzing betont. «Wir wählten Darstellungen aus, die zu den aktuellen Jahreszeiten Herbst und Winter passen. Zudem fanden wir es wichtig, einen Fokus auf die Ostschweiz zu legen. Und wir hörten auf das eigene Gefühl.»

Wirkung von Kunst gezielt nutzen
Und wie wirkt sich das Ergebnis auf all jene aus, die fast täglich an den Bildern vorbeikommen? «Wir haben den Start der Ausstellung weder angekündigt noch gefeiert. Doch viele unserer Schülerinnen und Schüler nahmen rasch wahr, dass etwas Neues da ist, und sie interessierten sich für diese zugänglichen Reize», erzählt Andreas Prinzing. «Das zeigt, dass wir mit Kunstvermittlung viel Positives bewirken können. Die Farben machen den Alltag bunter.»

Einige Lehrpersonen thematisierten die Werke mit den Kindern und Jugendlichen zudem im Unterricht. «So konnten wir ihre Fragen zum Gezeigten aufgreifen und sie zum Nachdenken anregen. Unser wichtigstes Ziel bestand darin, mit den Bildern eine Reaktion hervorzurufen, und dies haben wir mehr als erreicht.»

Vernetzt und verbunden
Zustande gekommen ist das Kunstprojekt auf Initiative des Schulleiters. «Ich mag Ideen, die die Vernetzung fördern, denn sie sind spannend», erklärt Andreas Prinzing, der auch privat an Kunst interessiert ist. So ist er vor einigen Monaten mit seinem Anliegen auf Roberto Sessolo zugegangen. «Wir haben schon zuvor die eine oder andere schöne Aktion zusammen auf die Beine gestellt», erzählt dieser. «Zum Beispiel, als die Mitarbeitenden der GHG HPS St.Gallen bei sich zu Hause ungebrauchte Sachen aussortierten, um damit unser Brockenhaus-Sortiment zu bereichern.» So stand für Roberto Sessolo sofort fest, dass er sich gern an einer solchen Kooperation beteiligen möchte. «Das ist innovativ und steigert die Bekanntheit unseres Kunstlagers.»

Möchten auch Sie eine Wechselausstellung aus dem Kunstlager der GHG St.Galler Brockenhaus in Ihrem Betrieb präsentieren? Dann melden Sie sich bei den Verantwortlichen unter Telefon 071 222 17 12 oder per E-Mail an .

Kunst in der GHG Maurini

Nicht nur an der GHG HPS St.Gallen, auch im Alters- und Pflegezentrum GHG Maurini in Mörschwil gibt es gestalterische Spuren des Kunstlagers zu entdecken. «Hier gingen wir bereits vor einem Jahr mit einer Auswahl an Gemälden vorbei, um zusätzliche Farbe in die Räume des Neubaus zu bringen», erklärt Roberto Sessolo. Das Maurini-Team traf dann zusammen mit den Bewohnenden eine Auswahl. Die Bilder sind nun in den Fluren des Alters- und Pflegezentrums sowie in einem Sitzungszimmer zu sehen.